Garten I – Gartengedanken

Garten im Mai
Unser neu übernommener Garten im Mai

Auch wenn im Moment Winter ist und im Garten nicht viel zu tun, kamen in mir während der Bahnfahrt sehnsüchtige Gedanken auf, als ich aus dem Fenster heraus die Kleingartenanlagen anschaute. Im Mai 2014 haben meine Freundin und ich uns relativ spontan einen Wunsch erfüllt – einen eigenen, kleinen Garten. Es ist nicht so leicht, in Frankfurt ein Grundstück zur Bewirtschaftung zu finden, also hatten wir uns vorgenommen, ganz spießig nach einem Kleingarten(verein) Ausschau zu halten. So ganz konkret hatten wir keine Pläne, aber bei einem der regelmäßigen Ausflüge mit Hundemar wurde ich aufmerksam: direkt am Main, auf einer unserer typischen Routen, hin ein Schild: „Garten zu vergeben.“. Also direkt angerufen und siehe da, schon am nächsten Tag konnten wir den Pachtvertrag unterschreiben.

Wirklich vorbereitet waren wir nicht, aber wir fingen direkt mit der Planung an und die wichtigsten Utensilien zu besorgen: angefangen bei Spaten und Schaufel, Rasenmäher, kleinere Gartengeräte, bis hin zur elektrischen Wasserpumpe. Natürlich auch Erden, Samen, Verlängerungskabel und, und, und. Wir hatten natürlich von alldem keine Ahnung und auch nicht wirklich viel Ahnung, aber dank unseres hilfsbereiten Obmannes, der eine ganze Werkstatt auf dem Vereinsgelände und jede Menge Erfahrung hat waren unsere Probleme (wie schließen wir diese Wasserpumpe eigentlich an?) auch bald gelöst.

Der Garten lag seit einem Jahr brach, dementsprechend sah er auch aus, Unkraut überall, und das war auch unsere erste Aufgabe: aufräumen. Besonders viel Spaß bereiteten uns die Buchsbäume, aus denen unser Vorgänger scheinbar so eine Art Hecke ziehen wollte. Armdicke Wurzeln, bis in einen halben Meter Tiefe. Die Löcher die buddelten sahen aus wie kleine Bombenkrater, aber wir bekamen alles raus. Dann mussten wir den Acker und die Rabatte von Unkraut befreien, mit umgraben war es nicht getan. Uns war klar, das wir mit dem Unkraut noch viel zu tun haben würden, reine Fleißarbeit.

Aber dann ging es endlich los und wir kauften unser Grün, bzw. unsere Samen. Gurken, Tomaten, Salate, Zuckermais, Sonnenblumen, Kräuter, Bohnen, Kohlsorten, Kapuzinerkresse, Paprika, rote Beete, alles was das Herz begehrt. Wir machten uns schlau, welche Pflanzen gute Nachbarn sind. Anfänglich denkt man da gar nicht drüber nach, aber einige Gemüse-Gewächse und natürlich auch anderes Grünzeug können sich nicht ausstehen und behindern sich im Wachstum. Dann rein mit dem Zeug in die Erde und warten. Aber warten alleine macht natürlich nicht glücklich und immer nur Unkraut rupfen macht auch keinen Spaß, auch das 100. Mal grillen wird irgendwann langweilig, also brauchten wir neue Arbeit.

Steinbeet außen
Unser Außenbeet-Steingarten

Wir entschieden uns, uns etwas mit unseren „Außenbeeten“ zu beschäftigen, die außerhalb unsere Gartenzaunes lagen. Unser Überlegung war direkt, einen „Steingarten“ anzulegen; so einen hatten wir schon zu Hause und er zeichnet sich durch wenig Pflegeaufwand aus. Also wieder ins Auto, Pflanzen kaufen, Steine kaufen und auf der Autobahn von anderen Autofahrern genötigt werden (DAS ist eine ganz eigene Geschichte). Steine gibt es für wenig Geld, aber in Säcken zu je 25kg – eine ganz tolle Schlepperei. 10 Säcke benötigten wir ungefähr, vom Auto zum Garten schleppen, Säcke öffnen, Steine abspülen und zurück zum Beet tragen. Sowas ist im Hochsommer genau das Richtige 😉 aber unsere Mühen wurden belohnt – das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Oregano, Rosmarin, Lavendel, ein Zier-Ahorn, Blauschwingel und verschiedene Arten von Hauswurz sind auf dem Foto zu sehen.

So nach und nach wurde es und wir begannen, uns in unserem kleinen Kleingarten richtig wohl zu fühlen. Wir konnten dort entspannen, feiern, es gab immer etwas zu tun wenn man wollte und die Freude, als das erste Gemüse aus der Erde schaute war groß. Das einzige, was unsere Freude etwas trübte, war etwas das wir überhaupt nicht auf dem Schirm hatten: Hasen. Bisher habe ich in meinem Leben nicht viel über Hasen nachgedacht, Hasen sind mir eigentlich immer ziemlich egal gewesen. Für einen Gärtner sind sie aber eine richtige Plage musste ich feststellen. Es verging kein Tag, an dem sie nicht im Garten randalierten. Mal buddelten sie junge Pflänzchen aus, mal alte. Mal fällten sie eine Sonnenblume, fraßen sie aber nicht. Unkraut ließen sie in jedem Fall stehen und auch für den Rasen interessierten sie sich nicht. Wir mussten akzeptieren, das nichts anderes als ein weiterer, engmaschiger Zaun helfen würde. Zu den Hasen gesellten sich dann im Herbst noch Einbrecher, die sich mit den Hasen das Jahr scheinbar aufgeteilt hatten. Frühjahr und Sommer kommen die Hasen, die Einbrecher machen dann den Rest.

Apfelbaum
Unser Apfelbaum, voll behangen

Das war mein Rückblick und auch wenn es im Moment scheinbar  nicht viel zu tun gibt – so langsam muss man die ersten Tätigkeiten planen, wir haben ja viel dazu gelernt. Früh im Jahr auf den Acker und Unkraut eindämmen. Hasendraht stellen. Die Bäume müssen geschnitten werden und langsam müssen wir eine Auswahl an Samen treffen, damit wir März/April mit der Anzucht im Haus beginnen können.
Schließlich wollen wir auch dieses Jahr wieder eine reiche Ernte einfahren! In jedem Fall ist die Vorfreude groß und weder Einbrecher, noch Hasen können sie uns verleiden.

 

 

 

 

 

Garten I – Gartengedanken was last modified: Januar 18th, 2015 by Heptopus
 

3 Gedanken zu “Garten I – Gartengedanken

  1. Oh wie schön, noch jemand der letztes Jahr einen Garten gekauft und nun eine Mammutaufgabe vor sich hat 😀 Mein Mann und ich haben uns letztes Jahr auch einen Kleingarten gepachtet (300m²) und da es lange nicht bewirtschaftet wurde, ein Traum aus verdichtetem, verwurzeltem Boden, Moos und Unkraut. Ich freue mich aber tierisch darauf, endlich allem den Garaus zu machen und eine blühende Oase zu erschaffen.

    liebe Grüße

    Elli

    • Hallo Jörg,
      danke für Deinen Hinweis! Das Problem gibt es scheinbar schon länger – unsere Hütte ist bei weitem nicht die einzige und es kommt recht regelmäßig vor 🙁 da wir keine gemauerten Hütten mehr bei uns in der Anlage haben (dürfen) wird es wohl immer wieder passieren. Die Polizei kennt den Großteil der Pächter schon mit Vornamen 🙂
      LG Heptopus

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